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Hoffnung Impfungen

Hoffnung Impfungen

In Heilbronn ist die Inzidenz gegenüber der Vorweihnachtszeit deutlich gesunken, aber immer noch hoch. Am 31. Januar lag sie bei 199,1. Damit hatten sich in den letzten Tagen 252 Heilbronner und Heilbronnerinnen auf 100 000 Personen mit dem Virus infiziert.

„Beruhigend für uns ist, dass auch in Heilbronn mittlerweile deutlich weniger Covid-Patienten in den SLK-Kliniken behandelt werden müssen. Das zeigt uns, dass das Infektionsgeschehen nicht allein an der Inzidenz festgemacht werden kann“, so OB Mergel, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken ist. „Wir gehen davon aus, dass auch unsere Teststrategie einer der Gründe ist, warum Heilbronn höhere Inzidenzen hat als andere Stadt- und Landkreise.

Das Städtische Gesundheitsamt Heilbronn testet nach der Teststrategie des Landes Baden-Württemberg, nach der auch symptomlose Kontaktpersonen der Kategorie 1 getestet werden. Alternative wäre es nur Kontaktpersonen mit Symptomen zu testen. „Durch unser strikteres Vorgehen identifizieren wir natürlich automatisch mehr positive Fälle“, erklärt Dr. Peter Liebert, Leiter des Städtischen Gesundheitsamt Heilbronn. „In Verbindung mit einer konsequenten Nachverfolgung der Kontaktpersonen halten wir das aber für die richtige Strategie, um die Infektionsketten zu brechen.“

Während vielfach die Schwelle für die Kontaktpersonen-Nachverfolgung mit einem Inzidenzwert von 50 angegeben wird, war und ist Heilbronn durch personelle Aufstockung und Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten (derzeit 18) auch bei einer 7-Tage-Inzidenz weit über 200 in der Lage, die Kontaktpersonen-Nachverfolgung zu gewährleisten.

Keine Hotspots im Stadtgebiet

Nach wie vor verteilen sich die gemeldeten Infektionen gleichmäßig über alle Stadtteile. Es sind keine auffälligen Konzentrationen Infizierter lokal nachweisbar. Auffallend sind gleichbleibend familiäre Häufungen, d.h. ganze Familien sind positiv auf das Corona-Virus getestet, weil sich Familienangehörige gegenseitig angesteckt haben. Hinzu kommen weitere Ansteckungen im privaten Bereich, sodass diese etwa ein Drittel aller Neuinfektionen zwischen dem 23. und dem 29. Januar ausmachten (32,4% von 223 Neuinfektionen insgesamt). Eine weitere Häufung lässt sich auch in den Seniorenheimen feststellen. In diesen gab es im genannten Zeitraum 44 Neuinfektionen (14,8 % Heimbewohner, 4,9 % Mitarbeiter). Bei der Arbeit infizierten sich 14 Personen (6,3 %). In über einem Drittel der Fälle (35,9 %) konnte die Ansteckungsquelle nicht ermittelt werden.

Intensive Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt

Um die Einhaltung der Corona-Regeln sicherzustellen, haben das städtische Ordnungsamt und die Polizei seit Beginn der Pandemie intensiv kontrolliert. „Das anhaltend hohe Infektionsgeschehen kann nicht mit unzureichenden Kontrollen oder offensichtlichen Verstößen im öffentlichen Raum erklärt werden“, versichert Bürgermeisterin Agnes Christner. „Aktuell können im gesamten Stadtgebiet keinerlei Hotspots ausgemacht werden, es gibt keine feststellbaren Verstöße in größerem Ausmaß“, bekräftigt auch die Heilbronner Polizei. Vereinzelt würden Personen oder sehr kleine Personengruppen angetroffen, die regelmäßig bei Kenntniserlangung kontrolliert und beanstandet werden. Dies sind auch die Erfahrungen des städtischen Ordnungsamtes. „Wir kontrollieren auf allen Feldern– Einhaltung der Maskenpflicht, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, der Quarantäne sowie der Hygienekonzepte bei Veranstaltungen, Versammlungen und im Handel – und ahnden Verstöße selbstverständlich konsequent, aber insgesamt machen wir weitgehend positive Erfahrungen“, sagt die kommissarische Leiterin des Ordnungsamtes Kristine Pohlmann.

Ein Schwerpunkt der Kontrollen wird in den nächsten Tagen im Lebensmitteleinzelhandel liegen. Nach den aktuellen Regeln darf sich in Geschäften mit weniger als 10 m² Verkaufsfläche maximal eine Kunde aufhalten, in Geschäften mit bis zu 800 m² darf ein Kunde auf 10 m² Verkaufsfläche kommen. Für die darüberhinausgehende Fläche gilt: eine Kunde pro 20 m² (gilt nicht für den Lebensmitteleinzelhandel). Vor den Geschäften und auf den Parkplätzen gilt Maskenpflicht. Der Zutritt ist zu steuern.

Auch Hinweisen aus der Bevölkerung gehen Polizei und Ordnungsamt immer wieder nach. Nach dem medial gerade die hiesigen Grillstellen schon mehrfach als „Corona-Hotspots“ genannt wurden, werden diese Örtlichkeiten besonders überwacht. Auffälligkeiten ergaben sich jedoch nicht.

Empfehlung der Polizei an die Berichterstatter/Hinweisgeber ist, bei derartigen Feststellungen sofort die Polizei unter der 110 zu verständigen, um den Hinweisen zeitnah nachgehen zu können.

Nachschärfungen der Corona-Regeln

Für einzelne Bereiche weitet die Stadt Heilbronn die Corona-Regeln aus. Dies betrifft insbesondere das Tragen von Masken an Schulen und Kitas, auf Spielplätzen (nur für Begleitpersonen ab 14 Jahre), in der Fußgängerzone und in Warteschlangen. Ein Teil dieser Regeln wurde bereits mit einer städtischen Allgemeinverfügung (AV) zum 30. Januar verkündet, eine weitere AV tritt am 2. Februar in Kraft. 

Hoffnung Impfungen

Große Hoffnungen machen die Impfungen. Am 22. Januar hat das Kreisimpfzentrum Heilbronn den Betrieb aufgenommen. Durch die begrenzte Menge des zur Verfügung stehendem Impfstoffs wird aktuell nur an zwei Tagen in der Woche geimpft. „Wir sind aber darauf eingestellt, die Kapazitäten sehr schnell auf bis zu 800 Impfungen pro Tag an sieben Tagen in der Woche auszuweiten“, blickt Mergel voraus. 

Mit Unterstützung des Mobilen Impfteams des Zentralen Impfzentrums Rot am See konnten bereits in den meisten Heilbronner Pflegeheimen die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten geimpft werden. Anfang Februar werden die ersten Impfungen in allen Heilbronner Pflegeeinrichtungen abgeschlossen sein. In einigen Einrichtungen wurden sogar bereits die zweiten Impfungen vorgenommen.

„Wir haben nun die Erwartung an die Hersteller nach zügigen und zuverlässigen Lieferungen des Impfstoffs. Nur durch die Impfungen wird es uns letztlich gelingen, die Pandemie in den Griff zu bekommen und die besonders vulnerablen Gruppen zu schützen“, betont Oberbürgermeister Mergel. 

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